Von: Thomas Bergander
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Allgäuer Dialekt
Begriffe & Brauchtümer: Egal ob Musik, Brauchtum oder Sehenswürdigkeiten, kulturelle Vielfalt ist in Oberstdorf, zur Freude von Einheimischen und Gästen, an allen Ecken anzutreffen.
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Auch in unseren Ferienwohnungen verbergen sich Begriffe rund um die Oberstdorfer Kultur, die wir Ihnen in diesem kleinen Lexikon näher bringen möchten.
Der Allgäuer Dialekt – Wussten Sie, dass sich im Alpenraum zwei Sprachstämme treffen? Während in großen Teilen von Bayern und Österreich der Dialekt aus dem Bajuwarischen stammt, werden vom Allgäu bis ins Elsass und die Schweiz alemannische Dialekte gesprochen. Dabei könnten die Unterscheidungen selbst im gleichen Sprachraum nicht größer sein. Als Beispiel: Während Oberstdorfer die Zahl 3 als "dri" aussprechen, lautet die Zahl in Schöllang, nur wenige Kilometer entfernt, "drei" (mit "e" gesprochen). Ganz zu schweigen von den Unterscheidungen zum Schwyzerdütsch.
Gelebte Bräuche – Brauchtum im Allgäu. Nicht nur die Natur und Landschaft machen Oberstdorf aus. Die Geschichte des Ortes, die jahrhundertelangen Traditionen und das gelebte Brauchtum prägen die Region auf besondere Weise. Sie sind die Identität der Menschen, die hier leben. Vor allem in den verschiedenen Vereinen kommen Jung und Alt zusammen, veranstalten Feste und Konzerte und bilden eine Gemeinschaft. Stärker als anderswo wird im Allgäu das Brauchtum aus voller Überzeugung gelebt.
Drille
Beim Wort "Drille" schießen Allgäuern gleich drei Bilder in den Kopf: Als erstes ein kräftiger Wind. Man liegt gemütlich am See, genießt die Sonne, da fängt es auf einmal zum Tosen an und dunkle Wolken schieben sich vor die Sonne. In den Bergen kann das Wetter schnell drehen und wenn man trocken nach Hause kommen will, muss man sich nun beeilen. Apropos drehen. Auch das Bild eines Kindes, das gerade mit seinem Spielrad spielt, kommt uns in den Sinn. Und natürlich das Drehen-Üben bei der Plattler-Probe... Hier treffen sich die Mädchen in einem Kreis und üben das "Drille" für die Auftritte, sodass der Rock und die Schürze parallel zum Boden stehen und es ein bisschen aussieht wie Schweben.
Räppler
Unter dem Begriff "Räppler" wird das Lösen der Rinde vom Baumstamm verstanden. Was heute mit modernen Maschinen passiert, war früher Handarbeit. Genauso wie das Holz schlagen - eine nicht nur schwere, sondern auch gefährliche Arbeit. Im Winter, wenn die Natur still steht, war schon immer die beste Zeit, um Holz zu schlagen. Die geschlagenen Stämme wurden in der Ebene von Pferden gezogen. Von höhergelegenen Weilern und Fluren wurden sogenannte Hörnerschlitten eingesetzt. Große Holzschlitten, die auf dem Weg nach unten eine mächtige Geschwindigkeit aufnahmen. Dabei fuhren immer zwei mit - der Holzknecht und der Tod. Sie wollen mehr zum Thema Holzknechte im Allgäu erfahren? Im bayerischen Rundfunk gibt es einen spannenden Bericht.
Luuser
Michel aus Lönneberga war einer. Und Max und Moritz sowieso! Richtige Lausbuben - "Luuser" wie man im Dialekt sagt. Immer zu Streichen aufgelegt und stets einen Witz auf den Lippen. Die Wortherkunft ist jedoch nicht so scherzhaft. Während heute Lausbub schon fast eine niedliche Bezeichnung für einen Schlawiner ist, galten Lausbuben früher als Gesindel der übelsten Sorte. Allein der Ausdruck "Bub" hatte eine negative Bedeutung. Und auch Läuse spielen bei der Namensherkunft eine Rolle... aber mehr müssen wir dazu an dieser Stelle wohl nicht sagen.
Minzele
Haben Sie schon mal ein ganz junges Kätzchen - ein "Minzele" - in der Hand gehalten? Als noch viele Oberstdorfer vor allem von der Landwirtschaft lebten, gehörten auch Katzen zur Familie dazu. Sie schliefen oft im Heustock über dem Kuhstall. Hier war es schön warm und kuschelig. Vor allem für die Kinder war das ein ganz besonderes Erlebnis, wenn junge "Minzele" geboren wurden.
Stellen Sie sich mal vor, wie warm und geboren sich die kleinen Katzen neben der Mutter im Heu fühlten. Mit unseren Ferienwohnungen möchten wir Ihnen ein ebenso geborgenes Zuhause auf Zeit bieten.
Euchar
Dinge, die Sie über Eichhörnchen vielleicht noch nicht wussten:
1. Im Oberstdorfer Dialekt heißen Sie "Euchar".
2. Sie sehen nicht nur süß aus, sondern haben auch einen wichtigen Nutzen für die Natur. Durch das Sammeln und Verstecken von verschiedenen Nüssen und Früchten, tragen sie enorm zur Verbreitung von Baum- & Straucharten bei.
3. Nadel- und Mischwälder sind ein günstigerer Lebensraum als Laubwälder. In Laubwäldern ist die Konkurrenz um die zu Boden fallenden Früchte sehr hoch. In Nadel- und Mischwälder dagegen sammeln Eichhörnchen die Zapfen ganz einfach in der Höhe.
Obheiter
Der Himmel ist grau. Die Berge verschwunden. Aber ein kleiner Blauschimmer ist am Himmel zu sehen... Was heute Webcams zuverlässig bestätigen, können geschulte Augen auch so erkennen. Über dem Nebel scheint die Sonne! Da ist es nur verständlich, dass es den Einheimischen schwer fällt, sich nicht von der Arbeit zu lösen und so schnell wie möglich zu Fuß oder mit der Bergbahn in die Höhe zu steigen. Dieses Wetterphänomen, das vor allem im Herbst und Winter auftaucht, verdanken wir einer sogenannten Inversionswetterlage. Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass es in der Höhe wärmer ist als auf dem Boden. Obheiter = Oben ist es schön!
Guedsle
Im wahrsten Sinne des Wortes ist hier was Gutes drin. Denn im Wort "Guedsle" steckt das Wort "gued" = "gut". Und was schmeckt besonders gut? Vor allem unseren Kleinsten? Natürlich Süßigkeiten. Und so steht das Wort für alle Bonbons und kleine Naschereien. Im Hochdeutschen wäre der Ausspruch "klein aber fein" wohl das passende Pendant. Und das trifft eben auch auf unsere kleinste Wohnung das Guedsle zu.
Butze
Ein kleines Wort mit überraschend viel Charakter: Butze – im Dialekt die Apfelmitte, der Kern, das Herzstück. Und genau das steckt dahinter: nicht zu groß, nicht protzig, aber mit allem, was man braucht, um sich wohlzufühlen. Ein Rückzugsort mit Charakter – charmant, kompakt und richtig gemütlich.
Wilde Männle
Von Hochsavoien bis zur Tatra. Von den Dolomiten bis in den Harz und den Thüringer Wald. Hier überall gab es vor etwa 2000 Jahren "Wilde Männle". Doch nur in Oberstdorf konnte sich dieser Brauch bis in die Neuzeit retten und so wird auch heute noch der älteste deutsche Kulttanz alle 5 Jahre aufgeführt.
Mitzumachen ist eine Ehre. Nur Oberstdorfer Männer, die seit Generationen in Oberstdorf verwurzelt sind, dürfen den Tanz aufführen. Der Tanz selbst besteht aus einer strengen Choreografie, die 615 n. Chr. erstmals vollständig von Abt Columban niedergeschrieben wurde. Mehr zum Wilde Männle Tanz finden Sie auf der Website des Trachtenverein Oberstdorf.
Plattler
Das Gewand der Plattler geht noch auf den Prinzregenten Luitpold von Bayern zurück. 1852 führte er für seine Jäger und Treiber die kurze Lederhose ein. Dazu tragen die Männer ein weißes Hemd mit Hirschknöpfen und die grünen Hosenträger mit aufwendiger Edelweiß-Stickerei. Ein eindeutiges Merkmal, an dem Sie die Allgäuer Tracht erkennen können. Die Frauen hingegen tragen ein schwarzes Samtmieder mit Silberkette und -talern, einen grauen Rock und eine grüne Schürze, passend zu den Hosenträgern der Männer. Bei zahlreichen Volksfesten und Heimatabenden können Sie nicht nur die Tracht, sondern auch die Tänze bewundern.
Jodler
Jodeln ist Singen ohne Text auf Lautsilben mit dem häufigen Umschlagen zwischen Brust- und Falsettstimme (Registerwechsel). Das zumindest hat Wikipedia zu dem Thema zu sagen. Wer aber zum Beispiel schon einmal die Jodlergruppe Oberstdorf in der Kirche gehört hat, der wird zustimmen, dass diese emotionslose Definition nicht im Geringsten genügt.
Schon um 1900 wurden erste Jodler und Lieder bei Plattlerabenden oder zu anderen Festlichkeiten gesungen. 1930 wurde dann die Jodlergruppe Oberstdorf gegründet, die diese Kunst bis heute organisiert und betreibt.
Murmele
Das klingt nicht nur niedlich, das ist es auch. Im Allgäu sagt man so zum Murmeltier. Ein kleines, gemütliches Wesen, das die Ruhe liebt, sich gern einkuschelt und das Leben in den Bergen in vollen Zügen genießt. Dieses Gefühl möchten wir mit unserer Ferienwohnung vermitteln: ankommen, zur Ruhe kommen, sich zurückziehen wie ein Murmele in seinem Bau – umgeben von Natur, Stille und frischer Bergluft. Unsere Murmele ist liebevoll eingerichtet, mit warmen Farben, natürlichen Materialien und viel Liebe fürs Detail. Ein Rückzugsort zum Ausschlafen, Lesen, Träumen – oder einfach nur, um dem Alltag ein kleines Päuschen zu gönnen.
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